| Friedrich List und die Friedrich-List-Schule in Hildesheim |
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Jede Schule, so auch die unserige, benötigt neben einem räumlichen Zentrum aber auch ein inneres, eher geistiges Zentrum. Unsere Schule ist 1981, also genau 100 Jahre nach der Gründung der Städtischen Handelsschule, im Rahmen einer Namensgebungsfeier mit dem Namen Friedrich List untrennbar verknüpft worden. Damals und anlässlich der heutigen Jubiläumsfeier erneut, ist die Frage nach dem sinnstiftenden Zusammenhang zwischen Friedrich List und der nach ihm benannten Schule in Hildesheim zu beantworten.Friedrich List, im Jahr der französischen Revolution 1789 im württembergischen Reutlingen geboren, war anspruchsvoll gegenüber sich selbst und gegenüber seinen Mitmenschen. Mit 28 Jahren bereits Professor, später Unternehmer und Interessenvertreter von Kaufleuten, Journalist, Landtagsabgeordneter, aber auch politischer Flüchtling, amerikanischer Konsul, Eisenbahnpionier und Wirtschaftstheoretiker, der 1841 seine Gegenposition zu der Freihandelstheorien des Adam Smith veröffentlichte. Friedrich List war ein Mann mit Visionen, die häufig erst Jahrzehnte nach seinem 1846 selbst gewählten Tod in Kufstein Wirklichkeit wurden, wie beispielsweise die Beseitigung der innerdeutschen Grenzen. Die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von drei Schritten hatte Friedrich List stets in seiner Person verkörpert. Erstens, Visionen eines gewünschten Zustandes zu haben, zweitens, die theoretische Durchdringung des konkret zu bearbeitenden Problems in Angriff zu nehmen und drittens, die mit viel Kompetenz verbundene erforderliche Umsetzung in die Praxis einzuleiten. Mir scheint, dass diese Herangehensweise unseres Namensgebers auch für die nach ihm benannte Schule sinnstiftend und verbindend sein kann. Verbindend sind sicher auch die drei Adjektive, die auf der Einladung zu der heutigen Veranstaltung zu lesen sind. „Menschlich“, „anspruchsvoll“ und „wirtschaftlich“ präsentiert sich die Friedrich-List-Schule in der Gegenwart. Diese Adjektive können in besonderer Weise mit der Person und dem Wirken Friedrich Lists verknüpft werden. Dass die Friedrich-List-Schule, vor allem durch das Engagement des Kollegen Werner Dicke, seit dem vergangenen Jahr als „Humanitäre Schule“ bezeichnet werden darf, ist Ausdruck einer gemeinsamen innerschulischen Grundeinstellung, dass fachbezogene Berufsbildung und Allgemeinbildung gemeinsam für die Vermittlung von Grundwerten verantwortlich sind.„Das beste Werk, das man in diesem Land über politische Ökonomie lesen kann, ist das Leben,“ formulierte Friedrich List mit Blick auf die Integration von Theorie und Praxis, die sowohl die Wirtschaft wie auch die Rahmen setzende Politik umfasst. In einer Schule wie der Friedrich-List-Schule sind stets die unterschiedlichen Interessen vieler beteiligter Akteure – Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler-und Elternschaft, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Schulaufsicht und Schulträger -wahrzunehmen, zu gestalten und zu überprüfen, um den Anforderungen der Dienstleistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts mit sich verstärkender Eigenverantwortung der Schulen gerecht zu werden. Professor Kaufhold aus Göttingen sagte zum Abschluss seines Vortrages anlässlich der Namensgebungsfeier 1981: „Sie haben sich also einen ebenso bedeutenden wie in seiner Schwäche zutiefst menschlichen Mann zum Namenspatron erkoren – eine gute Wahl, wie mir scheint." Dem ist auch 25 Jahre später nichts hinzuzufügen. Lassen Sie uns diesen 125-jährigen Geburtstag zum Anlass nehmen, diese, unsere Friedrich-List-Schule auch weiterhin gemeinsam, im Geiste seines Namensgebers, zum Wohle der Menschen in und um Hildesheim zu gestalten." ![]()
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Friedrich List und die Friedrich-List-Schule in Hildesheim
Jede Schule, so auch die unserige, benötigt neben einem räumlichen Zentrum aber auch ein inneres, eher geistiges Zentrum. Unsere Schule ist 1981, also genau 100 Jahre nach der Gründung der Städtischen Handelsschule, im Rahmen einer Namensgebungsfeier mit dem Namen Friedrich List untrennbar verknüpft worden. Damals und anlässlich der heutigen Jubiläumsfeier erneut, ist die Frage nach dem sinnstiftenden Zusammenhang zwischen Friedrich List und der nach ihm benannten Schule in Hildesheim zu beantworten.
Mit 28 Jahren bereits Professor, später Unternehmer und Interessenvertreter von Kaufleuten, Journalist, Landtagsabgeordneter, aber auch politischer Flüchtling, amerikanischer Konsul, Eisenbahnpionier und Wirtschaftstheoretiker, der 1841 seine Gegenposition zu der Freihandelstheorien des Adam Smith veröffentlichte. Friedrich List war ein Mann mit Visionen, die häufig erst Jahrzehnte nach seinem 1846 selbst gewählten Tod in Kufstein Wirklichkeit wurden, wie beispielsweise die Beseitigung der innerdeutschen Grenzen. Die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von drei Schritten hatte Friedrich List stets in seiner Person verkörpert. Erstens, Visionen eines gewünschten Zustandes zu haben, zweitens, die theoretische Durchdringung des konkret zu bearbeitenden Problems in Angriff zu nehmen und drittens, die mit viel Kompetenz verbundene erforderliche Umsetzung in die Praxis einzuleiten. Mir scheint, dass diese Herangehensweise unseres Namensgebers auch für die nach ihm benannte Schule sinnstiftend und verbindend sein kann.
Verbindend sind sicher auch die drei Adjektive, die auf der Einladung zu der heutigen Veranstaltung zu lesen sind. „Menschlich“, „anspruchsvoll“ und „wirtschaftlich“ präsentiert sich die Friedrich-List-Schule in der Gegenwart. Diese Adjektive können in besonderer Weise mit der Person und dem Wirken Friedrich Lists verknüpft werden. Dass die Friedrich-List-Schule, vor allem durch das Engagement des Kollegen Werner Dicke, seit dem vergangenen Jahr als „Humanitäre Schule“ bezeichnet werden darf, ist Ausdruck einer gemeinsamen innerschulischen Grundeinstellung, dass fachbezogene Berufsbildung und Allgemeinbildung gemeinsam für die Vermittlung von Grundwerten verantwortlich sind.